Fenja und das Schreiben - Fenja Wächter - Gay Romance Autorin

Fenja Wächter
Autorin für Gay Fantasy, Gay Dystopie
& Gay Romance
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Der Wunsch nach Veränderungen in unserem Alltag

Fenja Wächter - Gay Romance Autorin
Veröffentlicht von in Fenja sinniert · 10 Mai 2020
Wir alle kennen ihn, den Wunsch nach Veränderung. Er kann klein, aber auch groß sein. Er kann in regelmäßigen Abständen zu uns kommen, oder unbeständig sein.

Prädestiniert dafür ist ja bekanntlich der Jahreswechsel. Im neuen Jahr fangen wir damit an:
  • Regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen
  • Uns einen neuen Job zu suchen
  • Eine Fortbildung zu machen
  • Ordnung in unser Leben zu bringen
  • wir nehmen unser altes Hobby wieder in Angriff, für das wir keine Zeit mehr hatten


Mein Ziel für den Jahresanfang 2020 war diese Webseite gewesen. Wir haben jetzt Mai. Ist gut gelaufen, würde ich sagen … nicht.

Denn wir alle kennen auch ihn: den inneren Schweinehund.
Der ist ein ziemlich gerissenes Kerlchen, immerhin bedient er sich je nach Veränderungswunsch verschiedener Werkzeuge.
  • Mal ist es die Mühsal – heute Fitnessstudio? Oh, ne lass mal. Die Arbeit war so anstrengend und sowieso und überhaupt, habe ich schlecht geschlafen und alles tut mir weg. Aber Morgen! Morgen gehe ich!
  • Oder es ist die Angst – neuer Job? Uh! Ich habe eine Festanstellung und na ja, eigentlich ist der alte gar nicht sooo schlecht.
  • Zweifel – Also wenn ich ehrlich bin, war die Fortbildung, die ich mir rausgesucht habe, vielleicht doch ein wenig arg ambitioniert. Ich meine, wann soll ich das noch machen? Neben Beruf, Familie und Freundeskreis?
  • Die Ordnung kann man bekanntlich ja eh immer ein anderes Mal machen und das alte Hobby, ach, das ist schon so alt, vielleicht sollte ich mir ein neues suchen. Eins, was weniger Zeit frisst – klaaar.

Und sind wir mal ehrlich, ein nicht unerheblicher Teil von uns ist dem inneren Schweinehund dafür echt dankbar. Glaubt ihr nicht?
Na, dann fragt mal die Gewohnheit, die ist nämlich sehr eng mit ihm befreundet. Und wie es sich für gute Freunde eben so gehört, unterstützt sie ihn tatkräftig.

Was also tun gegen das Dreamteam der Starre?

Im Prinzip ist es ja ganz einfach.
  1. Wir überwinden uns.
  2. Wir tun es wieder.
  3. Und weil es so schön war noch einmal.

Das tun wir so oft, bis die Gewohnheit merkt, dass das, was wir tun, ja gar nicht sooo mies ist und irgendwann wechselt sie die Seiten. Das ist dann der Moment, in dem sich auch der innere Schweinehund geschlagen gibt. Vorerst – denn sein Tag wird wieder kommen.

Klingt also erst einmal einfach, ist es aber leider selten.

Aller Anfang ist schwer

Diesen ersten Schritt nimmt uns bekanntlich nie (okay, selten) jemand ab. Wir müssen ihn selbst machen. Nicht am Jahresanfang. Nicht nächsten Monat. Nicht nächste Woche. Nicht Morgen. Sondern JETZT!

Ich weiß, dem Schweinehund fallen tausend Gründe ein, warum es eben gerade JETZT nicht passt. Aber sind wir wieder ehrlich, die fallen ihm IMMER ein. Also nein, lieber Schweinehund, es wird keinen besseren Zeitpunkt geben, als diesen.

Tatsächlich gibt es aber ein paar Stolpersteine in dieser kritischen Phase, die dem Schweinehund hervorragend in die Karten spielen.
Stolpersteine in der kritischen Phase
Wir denken zu groß
Was auch immer ich mir vorgenommen habe, ich mache es genau jetzt. Ich stelle mir einen Wecker und mache es 20 Minuten:
  • Aufräumen
  • Bewerbungsunterlagen zusammenstellen
  • Ins Fitnessstudio gehen
  • Für die Fortbildung anmelden
  • An Texten für die Homepage arbeiten / Bilder dafür zusammenstellen

Schließlich hat niemand gesagt, dass wir alles, was wir uns vorgenommen haben, in diesem JETZT schaffen müssen.

Es geht darum, ein (großes) Ziel in kleine Schritte zu zerlegen, die für uns und die Gewohnheit akzeptabel sind und bei denen dem Schweinehund die Argumente ausgehen.

Wir geben unserer Angst nach
Manchmal ist es schwierig zu unterscheiden, ob es sich um eine echte und damit verbunden berechtigte Angst handelt, oder sie lediglich eine vom Schweinehund vorgeschobene ist.

Ich frage mich dann immer, was wirklich »auf dem Spiel steht« und was die Konsequenzen sind.

Zwei Beispiele:
  • Eine Zeitlang fiel es mir unheimlich schwer, mich von Dingen zu trennen. Neulich habe ich meinen Kleiderschrank ausgemistet, also so richtig. Trotzdem kam ich immer wieder an den Punkt, an dem ich plötzlich ein Kleidungsstück in der Hand hielt und so dachte »vielleicht möchte ich es in ein paar Monaten anziehen und dann ist es weg und ich würde mich ärgern.« Ja, vielleicht. Wahrscheinlicher ist, dass dieser Fall nicht eintreffen wird, und selbst wenn, ich bin mir sicher, ich werde dann etwas anderes finden.
  • Ein wenig Ordnung zu schaffen ist natürlich eine Kleinigkeit, im Vergleich dazu, sich einen neuen Job zu suchen. Aber an sich spricht auch nichts dagegen, sich zu bewerben. Ob man genommen wird, das Angebot dann auch annimmt und kündigt, ist wieder ein ganz anderer Schritt. Manchmal brauchen wir auch einfach den Vergleich von unserem Ist-Zustand zu einem anderen und wenn wir den haben, können wir immer noch entscheiden, mit welchem wir uns wohler fühlen.

Wir geben unseren Zweifeln nach
Bei mir persönlich stehen Zweifel immer hoch im Kurs.

Schaffe ich das überhaupt? Ist das gut genug? Interessiert das überhaupt jemanden? Oder noch schlimmer, was ist, wenn alle anderen das doof finden und ich was schrecklich Dummes gesagt habe?
Die Zweifel kommen immer wieder und wenn nicht als Fragen, dann als Aussage: Den Text hättest du bestimmt noch besser hinbekommen!

Ja, vielleicht hätte ich das wirklich.

Fakt ist aber auch, dass, wenn ich auf die Zweifel hören würde, überhaupt nichts geschafft bekäme und das Schreiben gleich aufgeben könnte.

Das lässt sich auf alles übertragen: Fortbildungen, Hobbys, einen (neuen) Job/Aufgabengebiet(e), ja, selbst die Frage nach Haustieren oder Kindern.  

Ehrlich gesagt weiß ich auch überhaupt nicht, warum wir so gut darin sind, zu zweifeln. Wenn wir auf unser Leben zurückblicken und darauf, was wir schon alles gemeistert haben, mutet es irgendwie lächerlich an. Klar, manchmal sind wir dabei auch schon auf die Nase gefallen, aber trotzdem stehen wir heute hier und wir haben auf alle Fälle eins: daraus gelernt.

Also, in dem Sinne: Schaffe ich das? Ja, tust du!
 

Nach der kritischen Phase haben wir aber das Schlimmste hinter uns, oder?

Leider nicht.

Durchhalten
Der Anfang ist gemacht und nun? Dranbleiben!

Klingt wieder so simpel, kann aber zur echten Herausforderung werden. Denn nicht nur der innere Schweinehund liegt auf der Lauer. Wir sabotieren uns auch gerne selbst.

Wir erwarten zu viel
Falsche Erwartungshaltungen führen schnell zum Frust, selbst wenn wir zu Beginn vielleicht noch voller Euphorie und hochmotiviert waren. Sobald wir merken, dass etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben, stellt sich recht schnell Ernüchterung ein, die uns wiederum ausbremst.

Deshalb, seid geduldig mit einer Situation, euren Mitmenschen, und vor allem mit euch selbst.

Ja, ich weiß. Gerade die Geduld mit sich selbst, ist für viele die größte Herausforderung. Aber am Ende ist sie unerlässlich, wenn wir nicht zu der Sorte Menschen gehören, die sich selbst vorantreiben können, auch wenn sie schon am Boden liegen. Ich gehöre (leider) nicht dazu und deshalb gebe ich mir die Zeit, die ich brauche. Der Rest kommt von alleine.

Wir stoßen auf (unerwarteten) Widerstand
Manchmal passiert es auch einfach, dass uns tatsächlich ein externer Umstand dazwischen kommt oder wir auf Kritik stoßen. Beides kann dazu führen, dass wir in unserem Vorhaben gehemmt werden.

In dem Moment rufe ich mir immer in Erinnerung, warum ich etwas tue und ob es das wirklich wert ist aufzugeben.


Fazit:
  1. Wir überwinden uns und gehen den ersten Schritt – JETZT.
  2. Wir bleiben dran und sind geduldig (mit uns selbst).
  3. Wir verlieren niemals den Grund, warum wir etwas tun, aus den Augen. Denn das ist unser wahrer Antrieb.


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